Während vielerorts zunehmend über Work-Life-Balance und verkürzte Arbeitszeiten diskutiert wird, proklamiert Lars Vollmer, dass wir nicht weniger, sondern mehr arbeiten sollten. Aber eben sinnbezogen, agil und ohne Business-Theater.

Sicherlich kennen Sie mindestens eine der folgenden Situationen: Besprechungen ziehen sich endlos in die Länge, weil niemand wirklich vorbereitet ist ­­– vorher lesen statt vorlesen lautet hier das Stichwort. Mitarbeiter gehen enttäuscht aus Jahresgesprächen, weil sie das Gefühl haben, dass der Chef schlecht vorbereitet ist und entscheidende Leistungen nicht gesehen hat. Oder auch schön: Die jährlichen Budgetverhandlungen gleichen eher einem hektischen Basar, wo der lauteste Marktschreier gewinnt.

Lars Vollmer: Zurück an die Arbeit!

Das und noch viel mehr bezeichnet Lars Vollmer als Business-Theater, was fast alle großen Organisationen lähmt. Er analysiert auf den Punkt, wie und warum mehr Zeit mit arbeitsvorbereitenden Maßnahmen verbracht wird, als mit eigentlicher Arbeit. Er trifft den Kern des Problems, in dem er das kollektive Frustpotential und die damit verschwendeten Ressourcen aufzeigt, die Organisationen ungenutzt entgehen. Dabei waren früher viele Aspekte des Business-Theaters nicht grundsätzlich unberechtigt – doch heute sind sie völlig überholt. Denn die Zeiten, in denen Unternehmen mithilfe von Taylors Arbeitsteilung erfolgreich wurden, sind längst vorbei.

Was mich an „Zurück an die Arbeit“ besonders anspricht ist der Ansatz, bewusst dem allgemeinen Trend nach weniger Arbeit zu widersprechen und stattdessen jede Aufgabe mit einem Sinnmesser zu hinterlegen. Was ist denn der wirkliche Nutzen unserer Arbeit?

Mit meiner Arbeit bei doubleYUU versuche ich Mitarbeiter und Führungskräfte genau an der Stelle abzuholen, wo klassische Managementtipps zu kurz greifen. Uns bewegt, wie Unternehmen digital Fahrt aufnehmen und stark ausgeprägtes Silo-Denken abbauen können. Die schnellsten und gleichzeitig wirksamsten Erfolge erzielen wir regelmäßig mit unseren Formaten der interaktiven, agilen Zusammenarbeit. In Open Spaces sammeln und strukturieren wir Themen, BarCamps sorgen für die notwendige Vernetzung im Unternehmen und FedExDays verkürzen komplexe Abstimmungsprozesse auf einen Tag – same day delivery!

Lars Vollmer beschreibt kritisch und pointiert, wie Unternehmen nah an den Abgrund geraten, wenn Prinzipien und Methoden des 20. Jahrhunderts in Zeiten der Generation Y Bestand haben. Er bereitet damit den Boden für zeitgemäße Prinzipien, zu denen für mich Vernetzung, Offenheit, Partizipation und Agilität gehören – und natürlich mehr Arbeit an inhaltlichen Herausforderungen der digitalen Transformation statt an Business-Theater.