Das Magazin iBusiness befragte mich als erfahrenen Gestalter vieler Transformationsprozesse vor Kurzem zu den Stolpersteinen der digitalen Transformation. Der Beitrag diskutiert zwei meiner zentralen Thesen, die ich hier für die Leser meines Blogs nochmal aufgreifen möchte:

„Die digitale Transformation ist nicht nur ein Ressourcen-, sondern auch ein Mindset-Thema“

Viele Unternehmen sind auch im Jahr 2016 noch einem industriellen, hierarchisch geprägten und starren Mindset verhaftet. Dies gilt es schleunigst um das digitale Mindset zu erweitern, denn digitale Transformation ist ein weitreichender Change-Prozess der einen fundamentalen Mentalitätswandel erfordert. Um nachhaltige Veränderung zu schaffen, muss die Führungsebene diesen substanziellen Umbruch einleiten.

Dabei geht es weniger darum, neue personelle Ressourcen zu schaffen, sondern die digitale Kompetenz der Mitarbeiter und die Innovations- und agile Umsetzungskraft des Unternehmens zu fördern. Das Potenzial der Mitarbeiter ist immer noch das größte Kapital und dieses gilt es durch aktives Training-on-the-job sowie agile Methoden zu vergrößern. Punktuell macht es natürlich Sinn, externe Expertise mit ins Boot zu holen, doch wer glaubt, es reicht, ein hippes Start-up aufzubauen oder sich einen Bus voller Berater ins Haus zu holen, der irrt.

Meine jahrelange Erfahrung sagt mir, dass die Veränderungsenergie vor allem im richtigen Umgang mit Fehlern und Misserfolgen zu finden ist. Wie soll sich etwas ändern, wenn gescheiterte Projekte verschwiegen werden? Wie kann ein Unternehmen innovativ sein, ohne proaktiv aus Fehlern zu lernen? Durch offene Diskussion, kritisches Hinterfragen und angstfreies Denken entstehen die besten Ideen für die Zukunft!

„Das Management überschätzt sich selbst“

Die absolute Kerndisziplin einer jeden digitalen Transformation ist jedoch nach wie vor Digital Leadership – sprich das Führen in der VUCA-Welt! Hierzu zitiert iBusiness eines der zentralsten Ergebnisse unseres Transformationswerk Reports. An der branchen- und bereichsübergreifenden Studie nahmen insgesamt 1.060 Vertreter aus Konzernen und Mittelstand teil. Gefragt wurde nach Einschätzungen zu Status, Bedarfen und Erfahrungen der digitalen Transformation im Unternehmen sowie nach Selbst- und Fremdeinschätzungen der Bereiche Unternehmensführung, IT, Marketing und Personal. Gemeinsam mit der Agentur neuwaerts fanden wir mit unserer Studie heraus, dass das Management die eigenen digitalen Kompetenzen ziemlich überschätzt.

Hier die Ergebnisse im Detail: Während die Vertreter der Unternehmensführungen ihre eigene digitale Kompetenz als hoch bis sehr hoch bewerten (44%), vertreten Mitarbeiter eine andere Perspektive: Nur 15% aller Befragten aus IT-, Marketing-, und Personalabteilungen schätzen ihre Chefs als digital kompetent ein. Auch bezüglich der Digitalisierung von Arbeitsprozessen (30% vs. 20%) und der Beteiligung der Mitarbeiter an relevanten Entscheidungen (53% vs. 18%) sieht die Führungsebene sich weit positiver, als ihre Mitarbeiter. Die Selbst- und Fremdwahrnehmung des Managements unterscheiden sich gravierend und die Ergebnisse zeigen erschreckend deutlich, wie weit deutsche Unternehmen von einer vernetzten, offenen, partizipativen und agilen Unternehmenskultur noch entfernt sind.

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