OMR 2026: Viel KI. Viel Energie. Viel Hamburg. Und Eindrücke, die bleiben.
Auch in diesem Jahr war die OMR wieder eine enorme Aufwertung für den Standort Hamburg – weit über die digitale Sphäre hinaus.
Prominente Gäste, starke Speaker, internationale Besucher, volle Hallen, viel Aufmerksamkeit. Man kann den Organisatoren um Philipp Westermeyer nur Respekt zollen: Was hier über die Jahre entstanden ist, ist wortwörtlich groß.
Und trotzdem waren es für mich weniger die großen Inszenierungen, die hängen geblieben sind. Sondern einzelne Momente, Gespräche und Gesichter.
Ein Wort, das mir in vielen Vorträgen und Impulsen gleich zu Beginn und dann immer wieder begegnet ist, war: menschlich.
Gerade im Kontext von KI finde ich das bemerkenswert. Je stärker wir über Automatisierung, Agenten, Daten und Skalierung sprechen, desto größer scheint gleichzeitig das Bedürfnis zu werden, das Persönliche, Menschliche und Vertrauensvolle wieder stärker zu betonen. Besonders im Gedächtnis bleibt mir das Gesicht von Wladimir Klitschko. Die Jahre des Krieges in der Ukraine sieht man dem ehemaligen Spitzensportler an. Das war kein lauter Moment. Aber ein sehr eindrücklicher.
Ebenfalls lange nachwirken wird bei mir der Vortrag von Rolf Schumann von Schwarz Digits. Seine Beschreibung vom Ende der regelbasierten Welt hatte für mich nicht nur eine technologische, sondern auch eine politische und kulturelle Dimension.
Denn wenn Regeln, Werte und Datenhoheiten global immer weiter auseinanderlaufen, betrifft das weit mehr als IT-Architekturen:
-In China gehören Nutzerdaten dem Staat.
-In den USA der Privatwirtschaft.
-In Europa versuchen wir, die Hoheit bei den Nutzern zu halten.
Das hat Auswirkungen auf KI. Ein Ende der regelbasierten Welt hat aber eben auch Auswirkungen auf Arbeitswelten, Home Office, Führung, Zusammenarbeit und die Frage, welche Werte sich auf welchen Kontinenten durchsetzen.
Ein weiterer Impuls, der bei mir hängen geblieben ist, kam von Tech-Investor Philipp Klöckner. Er lenkte in seinem Vortrag (hier schon auf Youtube) den Blick weniger auf die Technologie selbst, sondern auf Anwendung und Akzeptanz. Sein Hinweis auf den „krassen Adoption Gap“ war deutlich: 99,7 Prozent der Menschen bezahlen nach wie vor nicht für KI. Und weiterhin hat nur etwa jede fünfte Mitarbeitende überhaupt Zugang zu entsprechenden Tools – da hätte ich mir im Jahre 2026 deutlich mehr erhofft. Eine Thesen aus vielen Gesprächen: KI kann vielen Menschen weiterhelfen, damit verdienen werden wegen der enormen Kosten vielleicht nur wenige.
Das passt jedoch zu einer Beobachtung, die wir auch schon vor zwei Jahren im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit Amazon diskutiert haben: KI-Agenten sind teuer. Und zwar nicht nur technologisch, sondern auch organisatorisch. Umso wichtiger ist es, dass Deutschland und Europa eigene Regeln, eigene Infrastrukturen und eigene Kompetenzen im Umgang mit KI entwickeln. Nicht aus Abgrenzung. Sondern aus Souveränität.
Mein Fazit nach zwei Tagen OMR: Die Zukunft wird nicht nur durch Technologie entschieden. Sondern durch die Fähigkeit von Organisationen, Technologie sinnvoll, verantwortungsvoll und wirksam in ihre Kultur zu integrieren.
Und vielleicht noch ein persönlicher Wunsch zum Schluss: OMR ist mittlerweile so professionell, so groß und so eingespielt, dass das Konzept fast schon zur Routine geworden ist. Bei aller Qualität der Speaker würde ich mir wünschen, dass künftig auch wieder ein paar echte Überraschungen im Ablauf entstehen. Denn auch das gehört zu Innovation: Mut.
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