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Kreativität ist kein Zufall

Wie das im Web so ist: Kollege Arne twittert was, was mich dazu bringt, einen Text im Blog Wollmichsau zu lesen, bei dem es darum geht, dass man eben – wir wissen es alle – nicht auf Befehl kreativ sein kann.

Besonders spannend fand ich dabei ein nun schon fünf Jahre altes Interview mit Professor Peter Kruse, dass wie ein Plädoyer für das klingt, was wir tun: Unternehmen und andere Organisationen dafür zu sensibilisieren, dass sie von der Dynamik, die wir im Web 2.0 finden, profitieren können, wenn sie es wagen, die dortigen Organisations- und Denkmuster (ja, und ein Stück weit auch die Technologien) ins Unternehmensinnere zu übertragen.

Gerade bei der Frage, wie man als Organisation kreativer wird, nützt es wenig, zu befehlen oder nach dem einen Kreativen zu suchen, der mit seiner tollen Idee den Laden voran bringt. Viel mehr geht es inzwischen darum, Organisationen durch die interne Vernetzung und den freie Fluss von Informationen so aufzustellen, dass Reibung, und Rückkopplung Teil des Alltags und die Unternehmen dadurch per se zu kreativitätsfördernden Einheiten werden. Oder, wie es Peter Kruse sagt:

„Geben Sie Querdenkern eine Chance, lassen Sie die Störer zu. Und – und das ist fast trivial – bauen Sie Netzwerke. In dem Moment, wo sie ein Netzwerk bauen, schaffen sie eine Situation, wo die nicht-linaren Rückkopplungseffekte immer wieder für das Auflösen von stabilen Zuständen sorgen. Rückkopplungsmechanismen und Diversität sind extrem positiv für Kreativität. Bauen sie Netzwerke! Sorgen Sie dafür, dass der Kollege in China eine unmittelbare Wirkung hat auf den Kollegen in Deutschland. Wenn das passiert und das wirklich funktioniert, dann wird der Kollegen in China mit seiner Unterschiedlichkeit, wenn er vernetzt ist, den Kollegen in Deutschland immer hinreichend ärgern und stören, dass der ein Chance hat, kreativ zu werden.
Und wenn sie das nicht nur mit einem Kollegen und noch einem Kollegen machen, sondern mit eine gigantischen Netzwerk, wird die übersummative Intelligenz des Netzwerks größer sein als die Summe der Einzelintelligenz. Und dann reden wir hinterher davon, dass wir viele kreative Menschen haben.“

Dass die vernetzte Organisation oder das vernetzte Unternehmen intelligenter und kreativer als die Summe der einzelnen Mitarbeiter sein kann, ist ein aufregendes Versprechen. Die gute Nachricht ist, dass die technologischen Tools für die interne Vernetzung inzwischen deutlich benutzerfreundlicher geworden sind als sie es noch 2007 waren. Enterprise 2.0 heißt nicht mehr: Sperrige Softwaremenüs und ein Design, das eher an Datenbankabfragen als an Mitmach-Lösungen erinnert. Mit Hilfe von Lösungen wie Yammer, Newsgator, Harmon.ie oder Beezy lassen sich interne Systeme, mit denen der Informationsaustausch fast so intuitiv funktioniert wie via Facebook. Kreativität verordnen muss heute niemand mehr. Wohl aber den Mut haben, in Change-Prozesse und –Projekte und ein Stück weit auch in Technologie zu investieren.

Hier noch das Peter-Kruse-Interview:

Von |2017-01-13T15:51:10+00:00Dezember 20th, 2011|Blog, Unkategorisiert|0 Kommentare

Über den Autor:

Willms Buhse
Dr. Willms Buhse ist Experte für Digital Leadership, Gründer und CEO von doubleYUU, einer Managementberatung spezialisiert auf die Digitale Transformation.

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