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Mit Enterprise 2.0 verlagert sich auch die Bewerber-Evaluierung in soziale Netzwerke

Zu den wichtigsten Qualifikationen in unserem Job gehört es, den Unterschied zwischen einem Hype, einer kurzen Phase und einer nachhaltigen Entwicklung zu erkennen. Sowohl die jahrelangen Erfahrungen unserer Arbeit als auch aktuelle Studien, Umfragen und Forschungsprojekte zeigen: Enterprise 2.0 ist ein zwar gewaltiger aber dabei auch langfristiger Trend, der Schritt für Schritt die gesamte Arbeitswelt erfassen und verändern wird.

Dass die Auswirkungen bis weit über das unternehmensinterne Intranet hinausreichen zeigen neue amerikanische Zahlen über die Auswahl von Job-Bewerbern. Einer ansprechend gestalteten Präsentation mit dem Titel „Job Screening With Social Networks“ zu Folge nutzen bereits über 90 Prozent der US-Arbeitgeber Social Media um die Eignung möglicher Bewerber zu überprüfen. Dabei kommen in erster Linie Facebook (76%), Twitter (53%) und LinkedIn (48%) zum Einsatz. (In der DACH-Region wäre an dritter Stelle Xing zu nennen.)

Es scheint sich durchaus zu lohnen, auch im Zuge der Bewerbungserstellung seinen Online-Profilen erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Denn die Hälfte der „Kontroll-Besuche“ erfolgt unmittelbar nach Erhalt der Bewerbung und immerhin ein weiteres Viertel nach dem ersten Gespräch.

Nachteil der sozialen Transparenz für den Bewerber: Bei 61 % der Firmen soll mindestens ein Bewerber wegen eines Eintrags in einem sozialen Netzwerk nicht genommen worden sein. Gründe waren unangemessene Fotos oder Kommentare, Erwähnungen von Alkohol oder Drogen sowie negative oder intime Äußerungen über ehemalige Arbeitgeber.

Vorteil der sozialen Transparenz für den Bewerber: In 68% der Unternehmen wurde bereits ein Mitarbeiter konkret auf Grundlage von sympathischen oder kompetenten Äußerungen in Sozialen Netzwerken eingestellt.


Die Präsentation stammt von Ciphr (ciphr.com) und Reppler (reppler.com). Sie basiert auf einer Umfrage unter 3000 Bewerbern.

Das digitale Online-Screening bietet dabei sowohl für die Kandidaten als auch für die Unternehmen ein hohes Potential. Die jahrelange Aktivität in sozialen Netzwerken kann in vielen Fällen ein viel aktuelleres, aussagekräftigeres und vor allem faireres Bild über die Eigenschaften und Talente eines Bewerbers ergeben, als eine kurzfristig einzig zum Zwecke der Selbstdarstellung entstandene schriftliche Bewerbung. Auch Wegducken ist keine Alternative: Wer versucht, durch totale Abwesenheit aus sozialen Netzwerken das Risiko von Fehlern zu vermeiden, kann leicht das genaue Gegenteil erreichen und unbewusst in Verdacht geraten, ein im Umgang mit digitaler Technik ungeübtes Mauerblümchen zu sein.

Vor allem in größeren Konzernen verlagert sich im Rahmen von Enterprise 2.0 die berufliche Kommunikation konstant vom klassischen persönlichen Gespräch oder Telefonat hin zur hochproduktiven Interaktion in Chats, Foren und Wikis. Somit werden zukünftig Mitarbeiter gesucht, die freundlich und prägnant über diese digitalen Kanäle interagieren können. Und die dafür nötigen Qualifikationen lassen sich mit einem kontinuierlich gepflegten Facebook-Profil besser unter Beweis stellen als auf einem Papierausdruck. Es ist zu begrüßen, dass immer mehr Unternehmen dies erkennen und bei ihrer Bewerberanalyse berücksichtigen.

Von |2017-01-13T15:50:50+00:00Januar 2nd, 2012|Alle Beiträge, Unkategorisiert|0 Kommentare

Über den Autor:

Willms Buhse
Dr. Willms Buhse ist Experte für Digital Leadership, Gründer und CEO von doubleYUU, einer Managementberatung spezialisiert auf die Digitale Transformation.

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