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Der First Follower im Social Business

Jede noch so lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Diese Weisheit des chinesischen Philosophen Lao-Tse aus dem 6. Jahrhundert vor Christus lässt sich problemlos auf die moderne Geschäftswelt ummünzen. Und bei jedem Projekt, jedem Auftrag, jeder Idee nimmt das Gelingen seinen Anfang mit der ersten Person, die unsere Inhalte gut findet und weiter trägt: Dem First Follower.

Was macht den First Follower so besonders

Es ist leicht, etwas zu mögen, was das gesamte Umfeld gut findet. Der First Follower dagegen riskiert etwas. Er bezieht Stellung für etwas, das wir veröffentlicht haben, ohne sich sicher sein zu können, dass auch andere seine Einschätzung teilen. Das macht ihn zur elementaren Grundlage für unseren späteren Erfolg und unterscheidet ihn stark von allen weiteren Anhängern, Fans und Lesern. Der First Follower unterstützt selbstlos Gedanken, auch wenn sie nicht von ihm sind, ist also ein Altruist. Er spürt spannende Innovationen auf, die noch nicht auf der Tagesordnung stehen, ist also ein Entdecker. Er erkennt in unseren abstrakten Ideen einen konkreten Nutzen für die tägliche Praxis, ist also ein Visionär. Und er stellt sich hinter eine neue Idee, bevor es andere tun, ist also fast im gleichen Maße Pionier wie der eigentliche Urheber. Er ist der erste öffentliche Fürsprecher bei einer Sitzung, der erste Rezensent unseres Buches bei Amazon.

Heute kann jeder eigene Follower haben

Früher musste jemand im Fernsehen auftreten, um „Zuschauer“ zu haben. Er musste Autor sein, um von seinen „Lesern“ sprechen zu können oder Rockstar um „Fans“ sein Eigen zu nennen. In der Epoche von Sozialen Netzwerken, (Micro-)Blogging und viralen Videos haben derartige Einschränkungen längst an Bedeutung verloren. Heute kann jeder Internetnutzer innerhalb von wenigen Minuten Inhalte veröffentlichen und eigene Zuschauer, Leser, Fans und Follower gewinnen. Gleichzeitig ist die Anzahl und Qualität dieser Anhänger zur wichtigsten und wertvollsten Währung der Aufmerksamkeits-Ökonomie geworden. Aber nicht jeder hat mit allem was er veröffentlicht, gleich Hunderte von Lesern oder Zuschauern. Deswegen ist der First Follower so wichtig. Er bricht das Eis, er bringt mit seinem Klick auf den Like-Button den Stein ins Rollen.

„Der First Follower ist elementare Grundlage für unseren späteren Erfolg.“

Erfolgskriterien für Ideen: neu, relevant, einzigartig, originell

Und wie lässt sich, der First Follower als erster und wichtigster Promoter für unsere Inhalte interessieren? Wir müssen einfach nur gewisse virale inhaltliche Kriterien erfüllen. Dazu gehört, dass die enthaltenen Informationen für den Empfänger möglichst neu und möglichst relevant sind. Sie sollten seine Interessen und seine Tätigkeitsbereiche so stark wie möglich betreffen. Die Information sollte so einzigartig und originell wie möglich sein, verfasst in leicht verständlicher Sprache mit schönen Formulierungen. Das kann sowohl den geschriebenen Text als auch die Illustration betreffen. Zusätzlich zu den inhaltlichen gibt es gewisse formale Kriterien, die erfüllt sein müssen, um möglichst viel Verbreitung zu finden. Die Plattform der Veröffentlichung sollte eine gute solide Software-Basis besitzen z.B. mit einem der gängigen PHP-basierten Blogsysteme wie WordPress. Je leichter sich Inhalte weitergeben lassen, umso leichter wird es für den First Follower, den Second und Third Follower zu informieren und zu motivieren. Texte werden durch Absätze, Zwischenüberschriften und Illustrationen lesbarer. Auch für Videos, Präsentationen und Bilder gibt es in Foren, Büchern und Fachblogs Ratschläge, wie sich das Endprodukt besser und erfolgreicher gestalten lässt.

Beim Schreiben den First Follower im Auge behalten

Eigentlich sollte sowieso jeder geübte Verfasser automatisch beim Schreiben oder Kreieren an die späteren Konsumenten seiner Produkte denken. In der Literaturwissenschaft entspricht dies der Instanz des abstrakten bzw. impliziten Lesers. Es handelt sich nicht um eine tatsächlich existierende Person, sondern um die abstrakte Vorstellung von einem Leser, die sich beim Schreiben im Unterbewusstsein des Autoren (um genau zu sein, beim Konkreten/Realen Autoren) manifestiert. Dieses Modell lässt sich problemlos generalisieren und auch auf das Prinzip des First Follower anwenden. Der First Follower ist sozusagen der Implizite Follower, den wir uns beim Formulieren einer Idee vorstellen und für den wir schreiben. Wenn wir ihn mit unseren Inhalten begeistern können, dann ist die Grundlage für eine virale also selbstständige Verbreitung unserer Inhalte gelegt.

Der First Follower im Social Business

Die gleichen Kriterien lassen sich auch von Community Managern in Unternehmen nutzen, um dem eigenen Social Business-Netzwerk Leben einzuhauchen. Es gilt zum einen, am Anfang für die grundsätzliche Idee der Online Collaboration erste Anhänger in der Mitarbeiterschaft zu finden. Diese First Follower sind die ersten, die das Netzwerk nicht nur passiv nutzen, sondern seine Vorteile aktiv ihren Kollegen weiter kommunizieren. Wer wie wir bei doubleYUU Einführungsstrategien für Social Business-Systeme in Unternehmen entwickelt, wird belohnt, wenn er besonderes Augenmerk auf die potentiellen Nutzer richtet. Eine Enterprise 2.0-Plattform ist nicht nur einfach ein technisches Tool, dessen Benutzung sich den Mitarbeitern in 5 Minuten erklären lässt. Vielmehr handelt es sich um eine weiter entwickelte Philosophie der Zusammenarbeit. Und solche Überzeugungen lassen sich nicht aufzwängen, sondern nur mit guten Argumenten, viel Überzeugungsarbeit und beeindruckenden Beispielen vermitteln. Es gilt, gemeinsam mit den jeweiligen Projektteams und ausgewählten Social Business-affinen Mitarbeitern Konzepte zu entwickeln, gezielt auf das Unternehmen zuzuschneiden und intensiv zu testen. Wenn alles optimal läuft, lassen bereits in der Testphase die ersten First Follower nicht lange auf sich warten.

Der First Follower als Vortänzer auf unserer Party

Übrigens: Wer eine weniger theoretische Herangehensweise bevorzugt, findet ein sehr anschauliches und treffendes Bild im Videoclip „Leadership Lessons from a Dancing Guy“. Dort lässt sich sowohl direkt auf Youtube als auch eingebettet am Ende dieses Blogpostings betrachten, wie eine Einzelperson spontan eine Bewegung starten kann, wie aus dem nichts eine durch gemeinsame Ansichten oder Interessen verbundene Community entstehen kann. Wir können uns den First Follower als denjenigen Gast auf unserer Party vorstellen, der als erstes die Tanzfläche betritt, um zu unserer Musik zu tanzen. Er gibt der Masse der übrigen vorsichtigeren und schüchternen Personen Mut, es ihm gleich zu tun. Und er gibt unserem Schaffen einen Sinn, denn dank ihm bleibt die Tanzfläche nicht leer.

Von |2017-01-13T15:42:12+00:00Mai 14th, 2012|Blog, Unkategorisiert|1 Kommentar

Über den Autor:

Willms Buhse
Dr. Willms Buhse ist Experte für Digital Leadership, Gründer und CEO von doubleYUU, einer Managementberatung spezialisiert auf die Digitale Transformation.

Ein Kommentar

  1. Martin Riemer 15. Mai 2012 at 8:02 - Reply

    Ein offensichtlicher Vorgang, schon öfters beobachtet, aber nie mit dem Fokus auf dem ersten Mitmacher / Folger gesehen – schön motivierend!!

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