Über 10 praktische Tipps, wie Sie Enterprise 2.0 in jedem Unternehmen zum Scheitern bringen

medium_2366343607Bei meinen hunderten von Workshops, Vorträgen und OpenSpaces zum Thema Change Management und Enterprise 2.0 habe ich inzwischen schon wirklich viel Spannendes gehört. Und ich habe auch viele Situationen mit selbstbewussten Managern erlebt, die sich und ihr Projekt direkt ins Knie schießen. Nicht ganz ernst gemeint, aber leider doch Realität in vielen Unternehmen – viel Spaß damit!

– Vergleichen Sie ihr internes Projekt mit den tollen Inhalten auf Facebook und Twitter – damit holen Sie ihre Gegner aus den Geschäftsprozessen perfekt ab.

– Suchen Sie Cases zum Experimentieren, zum Beispiel Kantinenplan oder Badmintongruppe. Die im Kerngeschäft haben gerade keine Zeit und Wichtigeres zu tun.

– Setzen Sie so früh wie möglich auf Konsolidierung aller Initiativen. Die hohen Wartungskosten bringen Sie sonst um.

– Halten Sie umfangreiche PowerPoint-Vorträge, in denen Sie Partizipation und Dialog fordern.

– Schalten Sie alle Analysetools ab wegen des Betriebsrats. Nutzungsanalyse ist ohnehin überbewertet und verstößt massiv gegen Datenschutz.

– Machen Sie einen möglichst detaillierten 2-Jahres-Plan und stimmen den mit dem Vorstand ab. Lassen Sie die exakte Planeinhaltung durch ein Steeling Committee regelmäßig überprüfen.

– Rufen Sie laut: „Enterprise 2.0 sind 80 Prozent Kultur“ und kümmern Sie sich wieder um Bugfixing und Templates. Für die Kultur sind ja die Manager zuständig.

– Machen Sie einen schönen Image-Film über die neue Arbeitswelt. Schwärmen Sie von Google und Facebook. Damit holen Sie die Leute perfekt aus ihren Einzelbüros und Abteilungssilos.

– Kommunizieren Sie möglichst großflächig den Launch damit Sie möglichst viele Supportanfragen am ersten Tag generieren.

– Zählen Sie auf die Unterstützung derjenigen, die auf anderen Plattformen Communities und Wikispaces angelegt haben. Die machen das sicher total gerne nochmal selber auf Ihrer neuen Plattform.

– Machen Sie den technischen Projektmanager auch verantwortlich für den Change. Der lebt das eh so toll vor. Gerade den Wandel machen Sie nebenbei – zuerst muss die Technologie stehen.

– Holen Sie möglichst junge Digital Natives (z.B. Auszubildende und Praktikanten) und übergeben denen die Verantwortung für die strategische Einführung. Damit zeigen Sie gleich wie wichtig Ihnen der Wandel ist.

– Ihre Manager unterstützen Sie total gerne, indem Sie deren eigene Profile und Fotos selbst hochladen – die müssen das ja vorleben. Auch wenn sie kaum am Rechner sitzen. Launchen Sie die mobile Unterstützung besser erst später.

Von | 2017-01-13T15:33:53+00:00 April 30th, 2013|Blog|7 Kommentare

Über den Autor:

Willms Buhse
Dr. Willms Buhse ist Experte für Digital Leadership, Gründer und CEO von doubleYUU, einer Managementberatung spezialisiert auf die Digitale Transformation.

7 Kommentare

  1. Sven Krüger 1. Mai 2013 at 14:30 - Reply

    Alles perfekt befolgt! Danke Willms! 😉

  2. Sebastian Schäfer 2. Mai 2013 at 12:42 - Reply

    Erklären Sie Schulungen für überflüssig. Im Internet hat es ja auch _jeder_ _sofort_ ohne Workshops und Powerpoints kapiert.

  3. Willms
    Willms 2. Mai 2013 at 14:43 - Reply

    Danke Sebastian – sehr schön! Die Usability muss so gut sein, dass es ohne Schulungen geht 😉

  4. Karsten Ulferts 13. Mai 2013 at 6:54 - Reply

    Stecken Sie einmal ordentlich Manpower in technische und soziale Implementierung und widmen Sie sich anschließend wieder anderen Dingen. Einmal angelaufen, ist Social schließlich ein Selbstläufer. Suchmaschinen-Optimierung lässt grüßen.

  5. Johanna Ahrens 23. Mai 2013 at 15:55 - Reply

    – Führen Sie zur Vermeidung von Gegenwind die neue Lösung hinter dem Rücken des Betriebsrates, der internen IT und der Geschäftsführung ein. Transparenz führt allgemein nur zur Verwirrung.

  6. Willms 23. Mai 2013 at 16:33 - Reply

    Wow – wunderbar und immer wieder gerne gesehen 🙂

  7. Dirk Wippern 26. Juni 2013 at 11:42 - Reply

    Halten Sie sich nicht mit der Definition von konkreten Anwendungsfällen und der Transformation von bestehenden Abläufe auf. Begleiten Sie die Projekte auf gar keinen Fall. Social ist ein Selbstläufer!
    Die Leute sind es gewöhnt, ständig neue Arbeitsweisen zu lernen und lieben es, weitere Tools zu bekommen, mit denen Sie ihre Zeit verbringen können.

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