Google kauft Nest – und wir sind als Experten für die Digitale Transformation gefragt

Expterteninterview in den heute-Nachrichten

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Wie rasch die Digitale Transformation auch in Bereichen Fuß fasst, die scheinbar ganz anders funktionieren als die bereits von der Digitalisierung geprägten Medienwelten des Buchhandels oder der Musikindustrie zeigt eine Übernahme, die gestern Schlagzeilen machte: Google kauft Nest Labs, einen Hersteller von Thermostaten und Rauchmeldern. Doch Nest baut nicht irgendwelche Thermostate. Es sind Geräte, die nicht nur extrem schick aussehen (Nest-CEO Tony Fadell hat seinerzeit für Apple den iPod entwickelt), sondern vor allem als Werkzeuge für die intelligente Vernetzung des Zuhauses dienen, bei dem die Temperatur auch von unterwegs per App geregelt werden kann.

Nest-Thermostate wurden vom iPod Entwickler entworfen

Nest-Thermostate wurden vom iPod Entwickler entworfen

Es ist die zweitgrößte Übernahme in der Unternehmensgeschichte von Google – was auch erklärt, warum sich viele Medien für das Geschäft und seine Auswirkungen interessiert haben. Als Experten für die Digitale Transformation werden in solchen Fällen auch wir mitunter um Einschätzungen gebeten. Deswegen war gestern das ZDF bei uns im Haus.

Meine Einschätzung, dass der Energiemarkt für Google ein interessantes Geschäftsfeld ist, ist in der Kürze des ZDF-Beitrags leider auf der Strecke geblieben. Den Faktor, dass intelligente Thermostate und die Vernetzung des Heims ein einträglicher Zukunftsmarkt sein können, der irgendwann mal das Online-Werbegeschäft ergänzen könnte, sollte man bei der Beurteilung dieser Afkquisition nicht unterschätzen. Wichtig ist für Google aber natürlich auch, dass das Unternehmen durch Nest an Verbraucherinformationen gelangt, über die Google so noch nicht verfügt.

In Funkhaus Europa erklärte ich gestern dazu:

„Die digitale Vernetzung von Häusern und Wohnungen über Thermostate ist ein Feld, in dem Google neue Geschäftsfelder ausbauen kann. Einige Versuche hat Google schon unternommen, die Projekte sind aber immer gescheitert.  Dabei ist die Vernetzung des Zuhauses ein guter nächster Schritt für Google, um im profitablen Bereich der Energieverteilung Fuß zu fassen. Und die ist eine gute Chance, mehr über die Vorlieben der Menschen zu lernen – auch wenn die gerade keine Computer oder Smartphone nutzen.

Denn die Apps von Nest  sind nicht nur eine Art Fernbedienung für die Heizung, sie lernen – wie die Systeme von Google – auch ständig dazu. Nach einiger Zeit errechnen die Nest Apps selbst Zeitpläne zum rechtzeitigen hochheizen oder runterkühlen der Wohnung, ohne dass du das selbst alles steuern musst. Google kann also von mit Hilfe der Informationen, die Nest-Thermostate übermitteln, sehr viel über die Nutzer lernen – wann sie zuhause sind und wie warm es da ist – oder demnächst vielleicht auch noch, wann ein Toast verbrennt und so weiter.“

Steuerung der Thermostate per App

Steuerung der Thermostate per App

Von | 2017-01-13T15:12:16+00:00 Januar 15th, 2014|Blog, featured, In den Medien|0 Kommentare

Über den Autor:

Willms Buhse
Dr. Willms Buhse ist Experte für Digital Leadership, Gründer und CEO von doubleYUU, einer Managementberatung spezialisiert auf die Digitale Transformation.

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