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Trends der digitalen Transformation – Was erwartet uns in 2015?

Das neue Jahr beginnt und hält einiges für uns bereit! Im Rahmen der digitalen Transformation gibt es viel zu tun. Wir bei doubleYUU freuen uns daher sehr auf die kommenden Monate, spannende Projekte und tolle Impulse!

Was sind die relevanten Trends, mit denen wir es im kommenden Jahr ganz konkret zu tun kriegen? Hier eine Auswahl:

1. Kernthema: Führung im digitalen Wandel

Zunächst einmal der weitere Ausbau der digitalen Führung in fast allen Unternehmen. Dabei wird immer klarer: Anspruch und Wirklichkeit klaffen derzeit weit auseinander. Die im letzten Quartal 2014 veröffentlichte  Studie „Gute Führung„, die im vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Forum Gute Führung vorgestellt wird, zeigt:

Führungskräfte halten „die Fähigkeit zur professionellen Gestaltung ergebnisoffener Prozesse für eine Schlüsselkompetenz“.  Dabei sind laut Studie „selbst organisierende Netzwerke das favorisierte Zukunftsmodell“. Außerdem gilt: Hierarchisch gesteuertes Management wird für wenig tauglich gehalten, Kooperation geht vor Rendite und Motivation wird an Selbstbestimmung und Wertschätzung gekoppelt.

Vor allem aber wurde ermittelt, dass die Schere zwischen den Anforderungen und der gelebten Führungspraxis immer weiter auseinander geht. „Ein Großteil der Führungskräfte“ sieht den noch vorherrschenden typisch deutschen Führungsstil als einen entscheidenden Nachteil im Ringen um Bindung und Gewinnung von Talenten.

Aha, na dann los! Es ist ja nicht so, dass man nichts machen könnte. Von ersten Schritten bis zum totalen Umbau der Organisation: Jeder hat es in der Hand, seinen Bereich schrittweise in die digitalisierte Arbeitswelt zu führen. Neue Führung heißt nicht, ganz auf Führung zu verzichten. Sondern die Führungsmethoden zu erweitern, damit sich das Unternehmen an die volatile, offene, partizipative und agile Geschäftswelt des Internets nicht nur anpassen, sondern diese auch mit gestalten kann.

2. Aus CRM wird Sales 2.0 – Vertriebsprofis vernetzten sich sozial

Cold Calls? E-Mail-Wellen? Ganz ohne geht auch heute mitunter nicht, aber wer verkaufen will, hat inzwischen eine effektive Alternative: Soziale Netzwerke wie Xing, LinkedIn & Co. werden bislang vor allem als Kommunikations- und Karriereplattformen betrachtet,  bieten aber auch enormes Potential, um den Verkaufsprozess neu zu erfinden. Das Sales 2.0-Konzept geht davon aus, dass die Zeiten, in denen nur in eine Richtung kommuniziert wurde – vom Vertrieb hin zum Kunden – vorbei sind. Die besten Unternehmen haben sich bereits in Social Business Networks erfolgreich positioniert und Inhalte veröffentlicht, die ihre Expertise belegen. Nun werden sie im besten Fall gefragt – von zufriedenen Kunden, die wissen, dass sie an der richtigen Adresse sind, um ein Problem zu lösen. Und von potentiellen Kunden, die erfahren haben, dass es an dieser Adresse Rat vom Experten gibt.

Zunächst erfordert dieses Positionieren etwas Aufwand; und mit potentiellen und Bestandskunden im Dialog zu bleiben kostet Zeit. Und gerade die Vertriebsprofis in Deutschland haben bei ihren Auftritten in den Netzwerken noch eine Menge Optimierungspotential, das realisiert werden kann, wie unsere Vernetzungsanalysen beispielsweise bei Salesforce zeigen.

Doch an anderer Stelle greifen Effizienzgewinne – etwa weil Terminkalender sich schneller füllen, sich neue lukrative Kontakte ergeben oder Leads schneller identifiziert werden. First Mover haben hier eine exzellente Chance, sich vom Wettbewerb abzusetzen und 2015 die neuen Vertriebsziele zu erfüllen.

3. Big Data für Entscheider oder: Algorithmen helfen führen

Roboter als Chefs? Für viele ist das nicht mehr unvorstellbar, wie eine neue Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zeigt: Menschen arbeiten effizienter und effektiver, wenn sie ihre Anweisungen nicht von Menschen, sondern von Robotern erhalten. Es ist eine Studie mehr, die belegt, dass Algorithmen – denn nichts anderes steuert Roboter – beim Thema Führung einen positiven Beitrag leisten können. Ein Grund: Algorithmen lassen sich nicht von Emotionen beeinflussen. Sie entscheiden immer gleich, vorhersehbar, und damit in gewisser Weise fair.

Sind Roboter also „die besseren Vorgesetzten“, wie mixxt.de titelte?

Soll man Manager gar durch Algorithmen oder Roboter ersetzen? Soweit würden wir nicht gehen. Wohl aber müssen Führungskräfte 2015 lernen, Algorithmen zu vertrauen und sie zur Entscheidungsfindung zu nutzen. Google etwa ist ein Beispiel für ein Unternehmen, dass das „Data Driven Decision making“ perfektioniert hat. Auf der Grundlage gesammelter Daten entscheidet Google nicht nur, welche Webdienste erfolgreich genug sind, um weiter betrieben und ausgebaut werden, und welche Anzeigen an welchen Orten im Web angezeigt werden. Auch HR-Prozesse und Management-Best Practices leitet Google seit Jahren aus Datenauswertungen ab – und sogar bei der Entscheidung, wo in den Pausenräumen Snackboxen aufgestellt und wo genau Obst und Soft Drinks platziert werden, wurden laut The Washington Post Algorithmen befragt.

Inzwischen haben auch andernorts Führungskräfte gute Erfahrungen mit der Zuhilfenahme von Datenauswertungen gemacht. 56 Prozent der Manager, die Accenture befragte, gaben an, dass Big Data-Initiativen ihnen geholfen haben, neue Umsatzquellen zu erschließen. 47 Prozent sahen zudem Vorteile bei der Neugewinnung oder beim Halten von Kunden. (Quelle: CIO)

Bei so viel Potential beim Steuern vom Unternehmen und bei dem Wettbewerb um die Kunden gehen wir fest davon aus, dass 2015 das Jahr sein wird, in dem Big Data ein Top Executive Thema als Entscheidungsgrundlage sein wird.

4. Die Unternehmens-Kommunikation ist im agilen Webzeitalter angekommen – aber nicht die Organisationen selbst

Wenn ein Kunde mehr als acht Monate vergebens darauf wartet, dass ein Internetanschluss so funktioniert wie bestellt, ist das für einen Anbieter wie die Deutsche Telekom schon ärgerlich. Wenn die Welt aber via Twitter mitlesen kann, was Daniel Kempkens in seiner Kommunikation mit dem Supportkanal @Telekom_hilft erlebt, ist das ein PR-Debakel.

Zugleich ist dieses Drama in unzähligen Akten ein Beispiel dafür, wie ein Unternehmen sehr wohl beim Thema Kommunikation im Internetzeitalter angelangt ist – der Support über @Telekom_hilft wird von vielen Nutzern hoch gelobt und als sehr hilfreich empfunden. Doch in einigen Fällen sind die dortigen Kommunikatoren machtlos, weil intern die Prozesse Lücken haben, die Zusammenarbeit nicht funktioniert und Aufträge falsch oder gar nicht bearbeitet werden. Mit der Notwendigkeit, im Dialog und offen nach außen zu kommunizieren, wächst auch die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit nach innen schneller, agiler und vernetzter aufzustellen.

Mehrere Analysen, die wir in 2014 für Unternehmen bezüglich ihrer Digital Needs umgesetzt haben, zeigten: das digitale Know-how in den Unternehmen ist punktuell exzellent, aber wird nicht für das Gesamtunternehmen genutzt. Viele Mitarbeiter wissen inzwischen sehr wohl, digitale Mechanismen professionell anzuwenden – allein, die Unternehmen wissen das Know-how nicht zu nutzen. Organisationen arbeiten in herkömmlichen Strukturen, in herkömmlicher Geschwindigkeit und herkömmlich (also kaum) vernetzt. Wenn ein Unternehmen nur in einem Bereich exzellent ist, wird dies 2015 deutlicher als je zuvor sichtbar werden. Kommunikation und Zusammenarbeit müssen sich gleichermaßen agil weiter entwickeln – auch das ist unsere Aussage für 2015.

Also, los geht’s mit der Transformation 2015: Vernetzungsanalysen, Digital Needs, Einführung und Umsetzung digitaler Führung und Kultur, Implementierung neuer Kollaborationsplattformen – was braucht Ihr Unternehmen? Sprechen Sie uns an, wir freuen uns darauf, Sie auch in 2015 zu unterstützen!

Von |2017-01-13T15:02:49+00:00Januar 20th, 2015|autopost, Blog|0 Kommentare

Über den Autor:

Willms Buhse
Dr. Willms Buhse ist Experte für Digital Leadership, Gründer und CEO von doubleYUU, einer Managementberatung spezialisiert auf die Digitale Transformation.

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