Kompetenzfrage: Ein Chief Digital Officer braucht Spielregeln gegen digitalen Blödsinn

Die digitale Transformation ist ein ordentliches Brett, dass Unternehmen zu bohren haben – die damit verbundene Angst, es in die Hand zu nehmen, habe ich hier schon mehrfach besprochen. Viele Unternehmen suchen deshalb einen Chief Digital Officer. Was einen guten CDO ausmacht, hat iBusiness unter anderem auch mich gefragt.

Braucht es einen CDO?

Die Antwort auf diese Frage lautet, wie so oft: Jain. Digitale Transformation ist ein Prozess mit acht Dimensionen, der sich durch alle Abteilungen und Ebenen eines Unternehmens zieht. Ob Produktentwicklung oder Buchhaltung – selbst Pförtner müssen heutzutage SAP beherrschen, um Warenlieferungen anzunehmen. Es braucht die Kompetenz im Unternehmen, die Dinge durch die digitale Brille zu sehen. Und zwar unternehmensweit und strategisch. Die sich dem Thema mit großer Offenheit nähert. Und die sich dafür entsprechend Zeit im eigenen Kalender freimacht. Die Rekrutierung eines Chief Digital Officers ist dabei ein Weg zum Ziel. Das zeigt meine Erfahrung beim Aufbau vieler CDO-Offices und der Besetzung von CDO-Positionen.

Einmal CDO, bitte!

Und welche Fähigkeiten muss derjenige mitbringen? Zum einen muss ein Chief Digital Officer, wie jeder, der ein Unternehmen im Transformationsprozess führt, die Chancen der digitalisierten Welt begreifen, sein eigenes Unternehmen analysieren und beide im Rahmen einer klugen Strategie zusammenbringen. Neben dieser Digitalkompetenz bedarf es aber – und das ist mir sehr wichtig – auch ein erhebliches Maß an Sozialkompetenz.

Digitale Transformation ist ein Veränderungsprozess, der zwar an der Unternehmensspitze gedacht und gelebt werden muss, aber auch in jeder einzelnen Abteilung. Digital Leadership ist deshalb die Kernkompetenz eines CDO: Er ist ein Brückenbauer. Zwischen Kunden und Unternehmen, Führungsetage und Angestellten, Papier- und Internetgeneration, alten Abläufen und neuen Ansätzen. Und er versteht, dass digitale Transformation mehr ist, als aus Anträgen PDFs und aus Meetings Voice-over-IP-Konferenzen zu machen. Stattdessen lebt er die Faktoren der Vernetzung, Offenheit, Partizipation und Agilität (VOPA) im Unternehmen vor und verbindet sie mit den Tugenden der alten Managementlehre.

Spielregeln gegen digitalen Blödsinn

In Summe ist er jemand, dem man folgt. Nicht, wie einst das Handelsblatt forderte, ein Häuptling, der von oben herab seine Stammesmitglieder regiert. Sondern ein Stürmer: Weil er nicht nur den Ball ins Tor befördert, sondern das gesamte Team so führt, dass jedes Teammitglied zu seinem Erfolg beitragen kann. Dazu bedarf es von Seiten des Managements aber auch eines Vertrauensvorschusses. Haben Sie die Spielregeln sauber definiert? Deshalb sagte ich auch der iBusiness: Ein CDO braucht Spielregeln, die ihm Vetorecht geben, um digitalen Blödsinn zu stoppen und Budgets umzupriorisieren.

Den gesamten Artikel mit allen Expertenstimmen finden Interessierte hinter der Paywall bei iBusiness.

Von | 2017-10-05T19:03:26+00:00 Oktober 5th, 2017|Blog|0 Kommentare

Über den Autor:

Willms Buhse
Dr. Willms Buhse ist Experte für Digital Leadership, Gründer und CEO von doubleYUU, einer Managementberatung spezialisiert auf die Digitale Transformation.

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