SPD, es ist schön, wenn Du Dich um die Arbeiter kümmerst. Aber es wäre noch schöner, wenn Du Dich erst einmal um die Infrastruktur für Deine Ideen kümmern würdest. Denn was nützt das schönste verbindliche Homeoffice-Gesetz, wenn es in den Häusern und Wohnungen der Angestellten kein Breitband-Netz gibt oder sie ihre Firmen-Handys nicht nutzen können, weil sie im Funk- bzw. Breitbandloch wohnen? Wörtlich habe ich es so in einem Werk bei Hildesheim in Niedersachen gehört: „Wie sollen unsere Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, wenn hinterm Deister das Laden jeder Seite unserer internen Systeme Minuten dauert?“

Jetzt mal ohne Süffisanz: Die Idee ist gut bis ernsthaft diskutabel. Beim Blick auf die Vorteile spricht für mehr Heimarbeit die höhere Flexibilität zur Vereinbarung mit dem Privatleben, kein Arbeitsweg (da freut sich auch die Umwelt), für den Arbeitgeber laut Studien weniger Kranktage und – wahrscheinlich – auch eine höhere Konzentration und damit Produktivität bei den Angestellten.

Dem gegenüber höre ich aber auch Bedenken. Nicht jeder ist für ein selbstorganisiertes Arbeiten motiviert, viele Führungskräfte müssen virtuelles Führen erst lernen und ohne persönliche Interaktion fällt es ungleich schwerer synchronisiert zu sein. Zudem dürften sich viele Personalabteilungen bereits den Kopf darüber zerbrechen, wie sie künftig noch effektiv die Arbeitszeit ihrer Angestellten kontrollieren können.

Liebe Leser, wie steht Ihr zu dem SPD-Vorschlag und was sind Eure Erfahrungen mit der Heimarbeit im Homeoffice?