//Erfolgsfaktor Partizipation: Studie belegt, wie sich Unternehmenskrisen – und auch die Digitalisierung mit mehr Mitbestimmung besser meistern lassen

Erfolgsfaktor Partizipation: Studie belegt, wie sich Unternehmenskrisen – und auch die Digitalisierung mit mehr Mitbestimmung besser meistern lassen

Gemeinsam erfolgreicher, statt hierarchisch allein. Unternehmen, bei denen Arbeitnehmer im Aufsichtsrat mitbestimmen, haben sich während der vergangenen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie in den Jahren danach wirtschaftlich signifikant besser entwickelt als Firmen ohne Mitbestimmung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Prof. Dr. Marc Steffen Rapp von der Universität Marburg und Prof. Dr. Michael Wolff von der Universität Göttingen.

Die analysierten Firmen entwickelten sich bei der operativen Rendite, bei der Kapitalmarkt-Bewertung, der Beschäftigungsentwicklung, wie auch bei den Investitionen besser als vergleichbare Unternehmen, die die eigenen Mitarbeiter weniger teilhaben lassen.

Die Wissenschaftler bestätigen mit diesen Ergebnissen einen wichtigen Punkt meines VOPA-Leadership-Modells – nämlich das P, das für Partizipation steht. Mein Ansatz beruht auf der Überzeugung, dass Leadership im Digitalzeitalter auch auf Vertrauen fußt und sich aus den Komponenten Vernetzung, Offenheit, Partizipation und Agilität zusammensetzt.

So bin ich davon überzeugt, dass eine effektive Vernetzung, also die Überwindung von Hierarchie- und Abteilungsdenken, dem eigenen Business erheblich helfen kann und allen Beteiligten hilft, in kurzer Zeit komplexes Wissen zu erlangen.

Tatsächlich liegt ein wichtiger Aspekt des VOPA-Modells darin, dass es Antworten auf eine Vielzahl der Herausforderungen gibt, der ein Unternehmer in der aktuellen rauen VUCA-Welt ausgesetzt ist.

Dies bestätigen im Grunde auch Wolff und Rapp, wenn sie zu dem Ergebnis kommen, dass die unternehmerische Mitbestimmung in der Finanzkrise „kurzfristiges Verhalten von Unternehmen verhindert“ habe und danach ein „schnelleres Umschalten in den Wachstumsmodus ermöglicht“ hätte.

Weiter heißt es dazu in der Pressemitteilung der Böckler-Stiftung, dass die Experten ihre Befunde angesichts der fortschreitenden Digitalisierung und Globalisierung auch für die Zukunft für höchst bedeutsam halten: Die Arbeitnehmermitbestimmung im Aufsichtsrat könne „als Element einer modernen Corporate Governance verstanden werden, welche vor dem Hintergrund immer volatiler werdender wirtschaftlicher Rahmenbedingungen geeignet ist, mögliche Risiken von strategischen Transformationsprozessen abzufedern“, so die Forscher.

Eine erfolgreiche Partizipation oder gar ein Wandel des Leadership-Modells eines Unternehmens lässt sich allerdings nicht von oben nach unten verordnen. Es bedarf einer echten Neujustierung der Führungs- und damit der Firmenkultur. Dies ist ebenfalls ein nicht gerade unkomplizierter Transformationsprozess.

Von |2019-07-17T11:14:29+00:00Juli 17th, 2019|Blog|0 Kommentare

Über den Autor:

Kommentar schreiben

Share This