In den Wochen vor Weihnachten fragten mich gleich mehrere Fachmedien nach meiner Einschätzung, welche Marketingtrends die kommenden Monate bestimmen werden.

Ich habe natürlich geantwortet, denn die Herausforderungen der Kommunikationsbranche ähneln denen, mit denen der Mittelstand und die echte Wirtschaftswelt auseinandersetzen werden müssen. So wird auch im Marketing der verstärkte Einsatz von künstlicher Intelligenz zu einer Entschlackung der internen Prozesse führen, der Job des Data Scientist wird noch begehrter und immer häufiger rückt eine nachhaltige Innovation in den Mittelpunkt des strategischen Handelns.

Der Mittelstand, Familienunternehmen, wie auch große Konzerne stehen dagegen vor einer anderen Frage. Sie lautet: Was ist die richtige strategische und organisatorische Antwort auf eine Welt, in der globale Krisen und die damit verbundene Unsicherheit in immer kürzeren Abständen die Welt verändern? Ob nun Coronavirus, Handelsstreitigkeiten, der Brexit, Klimakrisen oder auch die Lage im Nahen Osten: Die Welt kommt nicht zur Ruhe und es ist auch nicht abzusehen, dass sich dies so schnell ändern wird.

Nur: Wie gelingt bei solch wilden äußeren Vorzeichen die digitale Transformation, in der die meisten Unternehmen gerade mittendrin stecken? Wie langlebig sind noch ausgeklügelte Konzepte in solch einer volatilen VUCA-Welt, die immer schnellere und flexiblere Entscheidungen und Strategieanpassungen verlangt?

Eine wichtige Antwort darauf ist noch immer mein VOPA-Modell. Es schafft einen klaren Rahmen aus  Vernetzung, Offenheit, Partizipation und Agilität, der Unternehmen eine gewisse Sicherheit gibt, trotz des immer chaotischeren Wirtschaftsklimas auf Kurs zu bleiben und trotzdem stets unmittelbar und effektiv auf sich schnell ändernde Vorzeichen und Konstellationen reagieren zu können.

Ich bin davon überzeugt: Führungskräfte, die die Furcht vor den vier VOPA-Prinzipien ablegen, müssen auch die VUCA-Welt nicht fürchten.

Allerdings sollten sie in dieser Gemengelage auch noch einen weiteren Schlüsselbegriff nicht außer Acht lassen: Vertrauen. Es geht dabei aber weniger um ein blindes Verlassen der Angestellten auf ihre Manager oder einen Firmenpatriarchen. Das wäre in der aktuellen Situation ein viel zu sentimentaler Ansatz.

Es geht vielmehr um ein Vertrauen darin, dass sich alle Stakeholder in einer Firma an die verabredeten Methoden und Abläufe halten. Agiles Handeln bedeutet auch immer bereit zu sein, die eigenen Konzepte anzupassen und somit Entscheidungen schnell und konsequent umzuwerfen und Strategien neu auszurichten.

Das richtige Verhalten in der VUCA-Welt verlangt Vertrauen in Methodentreue. Es geht um ein verlässliches Mindset, auf das die Mitarbeiter zählen können. Genau das versetzt die Angestellten, wie auch das Top-Management in die Lage, die digitale Transformation ihres Unternehmens auch im wilden VUCA-Jahr 2020 erfolgreich vorantreiben zu können.