Investitionen in Köpfe zahlen sich aus

In Sonntagsreden fällt der Satz von den Mitarbeitern, die das wichtigste Kapital eines Unternehmens darstellen, immer mal wieder. In der Realität aber tun sich viele Unternehmen schwer, in die Entwicklung von Mitarbeitern und Führungskräften zu investieren.

Dabei zahlt sich das knallhart aus, wie Boston Consulting gerade in einer Studie ermittelt hat. Firmen, die relevante Personalthemen gekonnt managen, sind den Consultants zufolge wirtschaftlich erfolgreicher als Unternehmen mit geringeren Kompetenzen im HR-Bereich. Unternehmen mit einem leistungsfähigen Recruiting etwa erzielen ein 3,5-fach höheres Umsatzwachstum und eine doppelt so hohe Gewinnmarge als Unternehmen mit geringeren Fähigkeiten in diesem Bereich. Und überall dort, wo neue Mitarbeiter gekonnt integriert werden, wachsen Unternehmen 2,5-mal schneller beim Umsatz und erlangen eine 1,9-mal höhere Gewinnmarge.

Für BCG sind vor allem gute Programme zur Führungskräfteentwicklung, transparente Bewertungssysteme und kluge Vergütungsmodelle wesentliche Faktoren, um in diesen Disziplinen zu punkten.

Aus meiner Sicht fehlt hier aber auch als Fokus das Thema Enterprise 2.0. Denn auch diese Untersuchung zeigt, dass es sich lohnt, Mitarbeiter und Führungskräfte in Unternehmen mit Hilfe von Technologien und Kulturtechniken aus dem Web in die Lage zu versetzen, effizienter miteinander zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. Unternehmen, die sich als Enterprise 2.0 aufgestellt haben und in denen Führungskräfte die Prinzipien der Digital Leadership leben, haben gute Karten, wenn es darum geht, sich besser als andere Firmen zu behaupten. Sie sind für junge Bewerber interessant, weil sie netz-affinen Menschen digitale Werkzeuge und Austauschmöglichkeiten bereitstellen wie sie sie aus dem Netz kennen und lieben. Und Sie schaffen es schneller als andere Firmen, neue Mitarbeiter mit Wissen zu versorgen und damit in die Arbeitsabläufe zu integrieren.

Für die Studie „From Capability to Profitability: Realizing the Value of People Management“ (hier der PDF-Download) analysierte BCG gemeinsam mit der World Federation of People Management Associations (WFPMA) den Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Leistung von Unternehmen und deren Aktivität in den 22 wichtigsten HR-Bereichen und befragte weltweit rund 4.300 Unternehmens- und Personalverantwortliche.

One Comment

  1. Beck 12/11/2013 at 13:16 - Antworten

    Ich glaube ja in der ablehnenden Haltung der Technik gegenüber, bei zahlreichen Führungskräften, verschenken Unternehmen extremes Potential. Heutzutage musst du da einfach am Start sein. Gerade wenn man Leute sucht die eben sehr Netzaffin sind, im Unternehmen selbst aber eher, nennen wir es mal „old school“, gearbeitet wird, dann verlierst die high Potentials auch ganz schnell wieder. Verständlicherweise.

    Ich glaube ja auch dass der „klassische“ Arbeitsplatz zwar nicht aussterben wird, aber die nächsten Jahre wird der Trend ganz eindeutig in Richtung Home/Mobile Office gehen.

Über den Autor: Willms Buhse

Dr. Willms Buhse, CEO und Gründer von doubleYUU, bringt mit Digital Leadership die Innovationen des Silicon Valley in die Büros der deutschen Führungsetagen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel und viele Top-Manager wie Volkmar Denner (Bosch) oder Carsten Spohr (Lufthansa) zählen zu seinen Kunden. Er hält Vorträge in Harvard, am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und an deutschen Elite-Universitäten in Berlin, München oder Hamburg. Dr. Willms Buhse gilt über deutsche Grenzen hinaus als Vordenker der digitalen Elite. Wie kein Zweiter versteht er es, Ideen und Impulse aus der digitalen Welt auf die Realität deutscher Unternehmen zu übertragen.