IT neu denken: Warum die Rolle der IT gerade neu verhandelt wird
Mitte Juni fand das 5. ITEC Forum des IT-Executive Club e.V. in der Factory Hammerbrooklyn statt. Ein Tag mit vielen relevanten Themen, intensiven Diskussionen und einem sehr offenen Austausch unter IT-Entscheiderinnen und IT-Entscheidern. Im Mittelpunkt standen unter anderem Künstliche Intelligenz, IT-Sicherheit, hybride Bedrohungen und digitale Souveränität. Themen also, die zeigen, wie stark sich die Anforderungen an Unternehmen und ihre IT derzeit verändern. Ich durfte an diesem Tag einen Impuls zu einem Thema geben, das uns seit dem vergangenen Forum intensiv beschäftigt: „IT neu denken“.
„IT steht nicht mehr am Rand der Transformation. Sie ist mittendrin.“
Aus einer Session im letzten Jahr ist inzwischen eine Arbeitsgruppe entstanden, die ich leiten darf. Monatlich kommen dort knapp zehn Mitglieder zusammen, um genau dieser Frage nachzugehen: Welche Rolle spielt IT künftig in Organisationen? Und was bedeutet das für CIOs, Führung, Strukturen und Zusammenarbeit?
Die Frage ist so relevant, weil die Erwartungen an IT enorm gestiegen sind. Gleichzeitig werden Rolle und Grenzen der IT zunehmend unscharf.
IT ist heute Stabilitätsgarant und Innovationstreiber zugleich. Sie sorgt für sichere, robuste und verlässliche Systeme. Gleichzeitig soll sie neue Geschäftsmodelle ermöglichen, Kundenerlebnisse verbessern, Prozesse intelligenter machen und Zukunftsfähigkeit schaffen.
Das ist eine enorme Spannweite.
„Technologie war noch nie so zugänglich. Verantwortung aber auch nie so groß.“
Anwendungen kommen zunehmend „aus der Steckdose“. Konfiguration und KI ersetzen an vielen Stellen klassische Programmierung. Fachbereiche wollen selbst gestalten, automatisieren und experimentieren. Gleichzeitig war die Verantwortung für Sicherheit, Stabilität, Datenschutz, Compliance und nachhaltige Systemlandschaften noch nie so hoch.
Genau hier entsteht eine der zentralen Führungsfragen unserer Zeit: Wo beginnt IT? Wo endet IT? Und wie muss sie künftig in Organisationen verankert sein?
In unserer Arbeitsgruppe und auch auf dem Forum haben sich für mich zwei Schlüsselfragen herauskristallisiert:
„Wie ist IT künftig in die Organisation eingebettet?“
Und: „Welche Rolle übernimmt der CIO in Zukunft?“
Denn wenn Technologie immer stärker zum Bestandteil von Geschäftsmodellen, Kundenerlebnissen und operativer Exzellenz wird, kann IT nicht mehr nur als Servicefunktion verstanden werden. Gleichzeitig kann auch nicht jede technologische Entscheidung ungeordnet in die Fachbereiche wandern.
Es braucht neue Formen der Zusammenarbeit. Zwischen IT und Business. Zwischen Governance und Geschwindigkeit. Zwischen zentraler Verantwortung und dezentraler Gestaltungskraft.
„Wenn wir IT nicht neu denken, werden es andere tun.“
„IT neu denken“ ist deshalb für uns keine fertige Antwort. Es ist eine Einladung. Zum Dialog, zur Reflexion und zur gemeinsamen Weiterentwicklung. Bewusst auch mit provokanten Thesen. Denn manchmal braucht es genau diese Reibung, um vertraute Bilder zu hinterfragen.
Eine These lautet: Wenn wir IT nicht neu denken, werden es andere tun.
Und vielleicht ist genau das der Punkt. IT steht nicht am Rand der Transformation. IT ist mittendrin. In vielen Fällen ist sie sogar der Ort, an dem sich entscheidet, ob Unternehmen nur neue Tools einführen — oder wirklich neue Fähigkeiten entwickeln.
„Zukunft entsteht nicht allein durch Technologie, sondern durch Vertrauen und Austausch.“
Das ITEC Forum hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig dafür ein vertrauensvoller Kreis von Menschen ist, die ihre Erfahrungen teilen, unterschiedliche Perspektiven zulassen und sich gegenseitig inspirieren.
Neben „IT neu denken“ gab es weitere starke Sessions: zu digitaler Souveränität mit der Frage, ob sie Anspruch, Illusion oder strategische Realität ist. Zu hybriden Bedrohungen und der wachsenden Bedeutung von Resilienz. Und zu Künstlicher Intelligenz im Mittelstand mit der Frage, wohin die Reise für KMU geht.
Bei allen Herausforderungen und Unsicherheiten wurde für mich eines deutlich: Zukunft entsteht nicht allein durch Technologie. Sie entsteht durch Menschen, die Verantwortung übernehmen, Orientierung geben und bereit sind, gemeinsam weiterzudenken.
Genau das gelingt dem IT-Executive Club auf besondere Weise.
Mein herzlicher Dank gilt den Mitgliedern der sehr aktiven Arbeitsgruppe: Prof. Dr. Jutta Franke, Jörg-Uwe Beyer, Paul Drews, Oliver Gebien, Christoph Kastaun, Karsten Kirsch, Uwe Kolk, Carlo Peiter, Jonas Rohwer und Thomas Siekmann.
Vielen Dank auch an alle, die unsere Diskussion auf dem Forum mit so viel Energie, Erfahrung und Perspektive bereichert haben.
Ein besonderer Dank geht an Karsten Kirsch, Laura Bernschein und Anja Höppner für die tolle Organisation — und an Stefanie Dreyer, die extra aus Kanada angereist ist und mit großer Lebendigkeit durch den Tag geführt hat.
„IT neu denken“ bleibt für uns kein abgeschlossenes Thema. Es ist ein gemeinsamer Prozess. Und vielleicht genau deshalb so wertvoll.
Lust bekommen auf die Themen künstliche Intelligenz (KI), Digital Leadership, digitale Transformation und agile Organisationsentwicklung? Dann freuen wir uns auf Eure Kontaktaufnahme.
