//Fridays for Future, Diesel und die Frage nach der richtigen Zukunftsstrategie: Mit Verzicht schaffen wir keine Zukunft in Deutschland

Fridays for Future, Diesel und die Frage nach der richtigen Zukunftsstrategie: Mit Verzicht schaffen wir keine Zukunft in Deutschland

Am Anfang war es lediglich ein knapper LinkedIn-Post, mit einem Clip und einem Kommentar: „Spricht mir aus der Seele. Kinder, denkt groß. Und wenn freitags Physik ist, geht da ruhig mal hin.“ Gut eine Woche später hatte das Posting weit über 30 Kommentare und 200 Likes gesammelt.

Was bewegte meine LinkedIn-Kontakte denn derart?
Es war und ist Dieter Nuhr. Ich hatte einen Clip gepostet, in dem sich der Kabarettist in einer Minute und 30 Sekunden mit der Fridays for Future-Bewegung beschäftigt und den Bogen von den Kids zu der Frage spannt, wie wir in Deutschland Zukunft gestalten können. Seine These: Wir würden immer nur glauben, dass die Zukunft im Verhindern liege. So hätten wir monatelang über den Hambacher Forst oder den Diesel gestritten, „weil das Weltklima gerettet wird, wenn die Dieselrentner in Hamburg einen Umweg fahren“.

Jedoch: „Die Zukunft ist nicht vegan. In der Zukunft wird es Fleisch aus dem Labor geben“. Deshalb sein Aufruf: „Liebe Schüler, werdet nicht Schrebergärtner, werdet Ingenieure“. Denn die Erfinder würden die Welt retten und nicht die Verhinderer. Also nicht die, „die im Weg stehen, sondern die, die neue Wege bauen“.

Einen Monolog, den man eigentlich sofort liken will. Wie die anschließende Debatte unter dem Posting zeigte, geht das allerdings nicht allen so.

Wir in Deutschland haben immer das Gefühl, dass wir die Welt retten müssen

Ich bin davon überzeugt, dass Nuhr vieles Wahres sagte. Wir in Deutschland haben immer das Gefühl, dass wir die Welt retten müssen, in dem wir verzichten und verhindern. Dabei ist das gar nicht immer die richtige Lösung. Tatsächlich sollten wir Dinge neu denken, mehr wie ein Ingenieur (PS: ich bin ja auch einer…) und weniger wie ein besorgter und betroffener Wutbürger.

Statt sich Sorgen zu machen, was wir anrichten, wenn wir ein Steak essen wollen, sollten wir uns lieber fragen, wie wir Fleisch gesünder produzieren können. Wenn Nuhr sagt, dass es doch völlig außer Frage steht, dass schon bald Teile unseres Essens synthetisch produziert werden, hat er wohl recht. Darauf läuft es schließlich hinaus auch wenn das unsere romantische Vorstellung von Landwirtschaft ernüchtert.

Dieter Nuhr über #FridaysforFuture und Physik am Freitag

Dieter Nuhr ist für #FridaysforFuture, rät allen Schülern aber dringend, freitags zur Physikstunde zu gehen, wenn sie die Zukunft gestalten wollen.______________________Nuhr im Ersten – die aktuelle Folge als Video: www.DasErste.de/-nuhr-im-ersten-350

Gepostet von Das Erste am Freitag, 22. März 2019

Also setzen wir uns doch lieber jetzt schon mit dem Gedanken rational auseinander, als bei jeder Gabel ein schlechtes Gewissen zu haben. Ein solches ist wahrlich ein schlechter Berater, wenn wir die Zukunft tatkräftig gestalten wollen.

Mit Verzicht schaffen wir keinen Wohlstand in Deutschland

Die DNA eines Ingenieurs ist es, vorhandene Ressourcen effizienter einzusetzen. Genau damit sollten wir uns befassen, während die Kids freitags die Schule schwänzen und wir aus Verantwortungsgefühl für die Umwelt den Diesel in der Garage stehen lassen und auf Fleisch verzichten.

Es geht nicht darum, der Umwelt zu liebe im Dunkeln zu sitzen, sondern lieber mit Hochdruck an der Energiequelle der Zukunft zu tüfteln. Mit Verzicht schaffen wir keinen Wohlstand in Deutschland. Wir bei DoubleYUU stehen dafür, dass wir Unternehmen fit für die nächste Generation machen. Wir wollen die Welt zu einem besseren Ort machen, als wir ihn vorgefunden haben. Deshalb glauben wir auch, dass eine ausgeprägte Technologie-DNA und positive Lust am Wandel der bessere Berater ist, als ein schlechtes Gewissen und Verzicht.

Von |2019-04-02T10:20:50+00:00April 2nd, 2019|Blog|1 Kommentar

Über den Autor:

Willms Buhse
Dr. Willms Buhse ist Experte für Digital Leadership, Gründer und CEO von doubleYUU, einer Managementberatung spezialisiert auf die Digitale Transformation.

Ein Kommentar

  1. Martin Ciesielski 2. April 2019 at 23:42 - Reply

    Lieber Willms!
    Soweit ich das überblicke, sind die meisten Probleme, die wir aktuell haben auf Ingenieursleistungen zurückzuführen, oder? Den Dieselmotor hat kein grüner Politiker erfunden. Massentierhaltung ist auch ein Engineering. Flugzeuge fliegen nicht massenhaft am Himmel, weil Marxisten sie sich ausgedacht haben. All das sind und waren Ingenieure. Ich denke in Anbetracht dessen, darf man ruhig ein wenig kritisch sein, was das so engineert wird…
    Was man allerdings auch mal hinterfragen könnte, wäre das Finanz-Engineering, dass hinter diesen und den digitalen Technologien steckt. Nach welchen Kritierien wurde da eigentlich investiert und gefundet? Welche Technologien werden aktuell finanziert und welche nicht?
    Dazu auch gerne mal vom Club of Rome „Geld und Nachhaltigkeit“ lesen. Und zum Thema wohlverdienter Wohlstand auch gerne mal in diese Richtungen denken und schauen: https://www.deutschlandfunk.de/wer-zahlt-fuer-unseren-wohlstand-wir-sind-verantwortlich.1184.de.html?dram:article_id=397260
    https://www.oekom.de/nc/buecher/gesamtprogramm/buch/imperiale-lebensweise.html
    https://www.oekom.de/nc/buecher/gesamtprogramm/buch/smarte-gruene-welt.html

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