Sofortness: das nächste Servicelevel oder nur die neue Ungeduld?

Vor kurzem habe ich einen Key-Note Vortrag beim Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. zum Thema Digitalisierung und New Leadership gehalten. Neben Remote Work, Nachhaltigkeit und Mobilität ist Sofortness aus meiner Sicht eine Entwicklung, die unsere Städte und unser Leben gestalten wird.

Relativ neu am Markt ist der Lebensmittel-Sofortlieferdienst Gorillas. Das Start-up verspricht, ausschließlich per App auswählbare Artikel des täglichen Bedarfs sofort nachhause zu liefern. „Sofort“ im Sinne von – in meinem Fall in Hamburg-Ottensen in acht Minuten. Um diesen Anspruch zu erfüllen, setzen Anbieter wie Gorillas, goPuff oder Weezy auf angemietete Klein- und Kleinstflächen in unmittelbarer Nähe der Kunden. Geliefert wird die bestellte Ware per E-Bike. Gorillas verspricht über die On-Demand-Lieferung hinaus noch eine hohe Produktqualität, regionale Lieferanten, einen Beitrag zum Klimaschutz und weniger Lebensmittelverschwendung. Gut für Kunden, die schnell eine Lösung benötigen. Weil sie beim Einkauf etwas vergessen haben oder weil sie sich spontan entschlossen haben, Freunde einzuladen. Schlecht für manche Anwohner, in deren Nachbarschaft sich die Lager befinden, ist der mit dem Erfolg der Lieferdienste ansteigende Lieferverkehr. Trotzdem werden Unternehmen wie Gorillas unser E-Commerce nachhaltig verändern, dessen bin ich mir sehr sicher.

Alles, und zwar sofort
„Heute bestellt und morgen geliefert“, was kürzlich noch ein wichtiges Kundenversprechen für den Onlinehandel war, ist heute aus der Sicht vieler Konsumenten schon der größte Nachteil des Online-Shoppings. Mit der sofortigen Lieferung von Waren, dem On-Demand Zugang, fällt jetzt einer der letzten Vorteile des stationären Handels gegenüber dem Online-Handel. Der Begriff dafür ist „Sofortness“. Er definiert die Anforderung der Gesellschaft, immer alles sofort bekommen zu müssen. Der Kunde muss – und will – nicht mehr warten.
Erfolgsversprechend sind diese Dienste meiner Meinung vor allem, weil alles für den User auf einfachem Weg verfügbar ist. Diese Einfachheit bedeutet für die Anbieter die klare Konzentration den Kunden und damit auf die Nutzbarkeit seines Angebotes. Hier sehen wir bei vielen Unternehmen mit denen wir in die digitale Transformation starten, Nachholbedarf, aber eben auch zahlreiche Chancen.

Und damit die Transformation in Ihrem Unternehmen auch schnell geliefert wird, arbeiten wir mit OKRs – dazu gibt es mehr hier.

Fotocredits: @Gorillas

Über den Autor: Willms Buhse

Dr. Willms Buhse, CEO und Gründer von doubleYUU, bringt mit Digital Leadership die Innovationen des Silicon Valley in die Büros der deutschen Führungsetagen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel und viele Top-Manager wie Volkmar Denner (Bosch) oder Carsten Spohr (Lufthansa) zählen zu seinen Kunden. Er hält Vorträge in Harvard, am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und an deutschen Elite-Universitäten in Berlin, München oder Hamburg. Dr. Willms Buhse gilt über deutsche Grenzen hinaus als Vordenker der digitalen Elite. Wie kein Zweiter versteht er es, Ideen und Impulse aus der digitalen Welt auf die Realität deutscher Unternehmen zu übertragen.