Was ist richtig? Hybrid-Lösung oder 100% Remote Work? Die Antwort: beides!

Im Ausklang der Corona-Pandemie stellen sich Unternehmen unterschiedlichster Größenordnungen und branchenübergreifend dieselbe Frage: Wie sieht die Arbeit im „New Normal“ aus? Wie sinnvoll ist eine Rückkehr in die Arbeitswelt der pre-Corona-Ära? Selbst einige der innovativsten Unternehmen legen momentan sehr konträre Herangehensweisen an den Tag. Jüngstes und prominentestes Beispiel sind Apple und Airbnb.

Ring frei für die erste Runde!

Während sich Mitarbeitende des Konzerns aus Cupertino gerade in einem offenen Brief gegen die vom Management angestrebte Hybrid-Lösung auflehnen, sagt Airbnb-CEO Brian Chesky: „Das Büro wie wir es kennen, ist vorbei.“ Apple strebt eine Lösung an, die Office-Präsenztage an drei fixen Wochentagen vorsieht (nur der Mittwoch und der Freitag sind optionale Home-Office-Tage), Airbnb dagegen kündigt an, dass Team-Mitglieder für immer die Möglichkeit haben im Home-Office zu arbeiten. Chesky sieht in der neuen Entwicklung sogar eine Chance: Er geht davon aus, durch die dezentrale Organisation seines Unternehmens Zugriff auf einen viel größeren Talent-Pool zu haben.

Wer liegt nun richtig? Beide Unternehmen liegen richtig!

In einem Aspekt sind sich offenbar alle einige: Eine Rückkehr zur alten Arbeitswelt wird es nicht geben. So weit, so gut. Aber der Weg ins neue Normal ist keineswegs ein leichter. Und gerade deswegen existiert keine allgemeingültige Antwort auf die Frage nach der Gewichtung zwischen Office-Präsenz und dezentraler Organisation.

Ok, aber was nun?

Als Beratungsunternehmen, welches sich mit allen Aspekten digitaler Transformation und New-Work-Themenfeldern beschäftigt, bekommen wir immer wieder diese Frage gestellt. Und immer wieder betonen wir, dass viel wichtiger – und effektiver – als nach einer generellen Lösung für ein Unternehmen zu suchen, die Herangehensweise ist, Führungskräfte umfassend weiterzuentwickeln, damit diese die jeweils am besten passende Herangehensweise für ihre Abteilung oder ihr Team finden können. Die Entscheidung zwischen dezentraler Organisation oder Office-Präsenz sollte im Idealfall verschiedene Fragestellungen einbeziehen, wie zum Beispiel:

  • Welche Organisationsstruktur passt am besten zu unserer Tätigkeit?
  • Sind unsere Team-Mitglieder aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur geeignet für dezentrales Arbeiten?
  • Wie erhalten wir unsere Unternehmenskultur und fördere Austausch und Zusammenhalt unserer Teams im dezentralen Kontext?

Zudem ist es mit der Einführung einer neuen Regelung zur Office-Präsenz meist bei weitem nicht getan. Die erfolgreiche Führung dezentraler Organisationen erfordert neue Management-Methoden. Im Kontext agiler Arbeit eignet sich beispielsweise die Methode Objectives und Key Results (OKR). Eine Herangehensweise, die wir seit vielen Jahren und bei unterschiedlichsten Beratungsmandaten anwenden. Wir haben dazu ein Whitepaper verfasst, welches Ihr kostenlos herunterladen könnt.

Eines ist sicher: Der Wunsch nach neuen Formen des Arbeitens ist branchenübergreifend sehr groß: Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrage des Portals Kununu würden 20 Prozent der Befragten ihren Job kündigen, sollten sie nach Auslaufen von Corona-Maßnahmen dauerhaft zurück ins Büro müssen. Und selbst bei nur einem verordneten Pflichttag pro Woche ist schon mit zahlreichen Kündigungen zu rechnen. Aufgrund der angekündigten Home-Office-Lösung von Apple hat beispielsweise der Hauptverantwortliche für die Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) gerade hingeschmissen – für Apple ist das ein herber Verlust eines wertvollen Know-How-Trägers.

Auf viele Mitarbeitende können derartige Hybrid-Formen eher unattraktiv und unlogisch wirken – im schlimmsten Fall tragen sie zu einer Entfremdung vom Unternehmen bei. Darauf habe ich gerade ein einem weiteren Blog-Artikel zu Hybrid-Lösungen hingewiesen.

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Über den Autor: Willms Buhse

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Dr. Willms Buhse, CEO und Gründer von doubleYUU, bringt mit Digital Leadership die Innovationen des Silicon Valley in die Büros der deutschen Führungsetagen. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel und viele Top-Manager wie Volkmar Denner (Bosch) oder Carsten Spohr (Lufthansa) zählen zu seinen Kunden. Er hält Vorträge in Harvard, am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und an deutschen Elite-Universitäten in Berlin, München oder Hamburg. Dr. Willms Buhse gilt über deutsche Grenzen hinaus als Vordenker der digitalen Elite. Wie kein Zweiter versteht er es, Ideen und Impulse aus der digitalen Welt auf die Realität deutscher Unternehmen zu übertragen.